Kurzfilme & Gespräch: Putzen – Innen und Außen

17:00 Uhr 
ExZess

Beschreibung

Die Filme lassen sehen: die Straßen, die Häuserfassaden - fegen und putzen Männer. Aber im Haus, im Eigenheim oder im Bürogebäude machen die Frauen alles sauber.
Sind die Putzarbeiten selber unterschiedlich und in welcher Hinsicht?
Wird die Geschlechter-Grenzlinie auch durchbrochen, überschritten?
Welche Männer putzen?

Das sind Fragen, die sich aus unserer Sicht stellen. Dieses Programm zeigt Facetten weiblicher Hausarbeit und ihre Reflexion in Filmen aus der gesamten Filmgeschichte.

Was eigentlich gibt es zu sehen, wenn im Film geputzt wird? Landläufig gilt: Sauber soll es sein, aber nicht werden, und deshalb begegnet das Saubermachen großem Desinteresse, wenn nicht Ablehnung (natürlich gibt es Ausnahmen): Es wird hinausgeschoben, man bringt es hinter sich, kommt nicht daran vorbei, möchte aber wenig davon wissen. Oder es wird jemand anderem, der keine Wahl hat, zugeschoben, die/der es dann diskret erledigt, während die Schmutzmacher aus dem Haus sind. Aufsehen erregend ist daher, wenn dem Putzen filmische Aufmerksamkeit gewidmet wird: Diese verdrängte Notwendigkeit wird sichtbar, und alle diejenigen, die sich damit befassen, ihre Anstrengungen, ihre Vorgehensweisen und Eigenarten werden gewürdigt.

Zugleich richtet sich der Blick auf die Welt der Objekte, die uns umgeben, und die sich nicht von alleine instand halten, sondern der Pflege und Sorgfalt bedürfen. Das Abstauben, Abwischen, Aufnehmen, Zurückstellen … zeigt uns, welche Mühe auf diese alltäglichen Arrangements aufgewendet wird, eine Arbeit, die jenseits ihrer Notwendigkeit auch Liebe bezeugt, die aber gepaart mit einem ausgeprägten Ordnungs- und Sauberkeitssinn in´s Irrationale umschlagen kann.

Vorgestellt und besprochen von Heike Klippel (Filmwissenschaftlerin) und Heide Schlüpmann (Kino-Philosophin).

 Programm:

Gülüzar. D 1994. R: Hatice Ayten. 8 Min. DVD.

Schönen, guten Tag. D 1995. R: Corinna Schnitt. 5 Min. 16mm.

... mit Erna Hoerler. D 1990. R: Karin Hoerler. 11 Min. 16mm.

Cunégonde reçoit sa famille. FR 1912. R: Unbekannt. 6 Min. ProRes.

Zwischen vier und sechs. D 1998. R: Corinna Schnitt. 6 Min. 16mm.

Cerolax 2. AUS 1985. R: Mara Mattuschka. 3 Min. 16mm.

tiki. D 1984-86. Von Karin Hoerler. 5 Min. Dia-Projektion.

Details

Datum: 2018-05-26, Sat, 17:00 Uhr
Veranstaltungsort:  ExZess